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Die Streitkräfte heißen Bundeswehr

Der Aufbau der Bundeswehr begann, nachdem die Bundesrepublik Deutschland im Mai 1955 als 15. Mitglied in die NATO aufgenommen wurde. Allerdings trug sie noch nicht den jetzigen Namen, sondern wurde als Neue Wehrmacht bezeichnet. Noch im selben Monat kam es zur Gründung des Warschauer Paktes und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) beschloss die Aufstellung bewaffneter Streitkräfte.

Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO-Gemeinschaft im Mai 1955. Konferenz in Paris. Blick in den Sitzungssaal.

NATO-Gemeinschaft (Quelle: Bundeswehr / Bundespresseamt)Größere Abbildung anzeigen

Am 7. Juni 1955 wurde das Amt Blank, das sich um die Aufstellung von Streitkräften kümmerte, umbenannt. Mit Theodor Blank als erstem Verteidigungsminister hieß es nun Bundesministerium für Verteidigung. Noch im selben Jahr wurden erste Wehrgesetze vom Deutschen Bundestag verabschiedet und im September von der Bundesregierung der Aufstellungsplan verkündet. Der Plan sah vor, dass bis zum Januar 1959 der Aufbau des Heeres und bis Januar 1960 auch der Aufbau von Luftwaffe und Marine fertig gestellt sein sollte. Die voraussichtlichen Gesamtkosten wurden mit 51 Milliarden Deutsche Mark beziffert.

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Gerhard Schröder links und Verteidigungsminister Blank, mitte, bei der Übernahme des Bundesgrenzschutzes in die Bundeswehr auf dem Bonner Münsterplatz.

Grenzschutzübernahme (Quelle: Bundeswehr / Baumann)Größere Abbildung anzeigen

Gründung mit Bedeutung

Hervorzuheben ist die Schaffung eines Reservisten- und Wehrpflichtsystems, mit der gedanklichen Grundlage „jeder Bürger eines Staates müsse zugleich dessen geborener Verteidiger sein“.

Am 12. November 1955 überreichte Theodor Blank den ersten 101 freiwilligen Soldaten ihre Ernennungsurkunden. Anfang des folgenden Jahres wurden die ersten drei Standorte in Betrieb genommen und insgesamt 1000 Soldaten dort stationiert:

  • In Andernach wurden sieben Lehrkompanien des Heeres,
  • in Nörvenich wurde eine Lehrkompanie der Luftwaffe,
  • und in Wilhelmshaven-Ebkeriege wurde eine Marinelehrkompanie aufgestellt.

Mit der Wahl des 12. Novembers als Tag der Gründung der neuen deutschen Streitkräfte zeigte sich bereits, in welcher Tradition sie stehen sollten: Der 12. November 1955 war der 200. Geburtstag des preußischen Generals Gerhard von Scharnhorst, der sich um die preußische Heeresreform von 1807 bis 1813 verdient gemacht hatte.

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Theodor Blank verteilt bei Ernennung der ersten Soldaten die Ernennungsurkunden.

Ernenung erster Soldaten (Quelle: Bundeswehr / Munker)Größere Abbildung anzeigen

Die ersten Wehrpflichtigen

1956 wechselten fast 10.000 der rund 17.000 Beamten des damals noch militärisch gegliederten Bundesgrenzschutzes (heute Bundespolizei) freiwillig zu den Streitkräften.

Am 1. April 1957 wurden die ersten Wehrpflichtigen einberufen. Die Entwicklung zur Wehrpflichtarmee war umstritten. Im In- und Ausland wurde kontrovers diskutiert, ob angesichts der deutschen Vergangenheit überhaupt eine erneute Bewaffnung anzustreben sei. Im Inland setzte man sich darüber hinaus mit der Frage auseinander, ob die neuen Streitkräfte als Wehrpflicht- oder als Freiwilligenarmee aufzustellen seien. Zu den gefundenen Antworten gibt es heute eine breite Zustimmung.

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Plakat Unsere Bundeswehr stellt Freiwillige ein. Auf dem Plakat sind je ein Soldat des Heeres, der Marine und der Luftwaffe in Uniform abgebildet. Dazu wird der vorgenannte Text abgebildet.

Plakat Unsere Bundeswehr stellt Freiwillige ein (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die Öffentlichkeit wurde gefragt

Bundeskanzler Konrad Adenauer besuchte die Truppe am 20. Januar 1956 in Andernach und eröffnete seine Rede mit „Soldaten der neuen Streitkräfte“. Bei einem Gespräch zwischen ihm und Bundespräsident Theodor Heuss äußerte sich der Präsident dahingehend, dass er den Namen Bundeswehr gegenüber Wehrmacht vorziehe.

Im Auftrag des Bundespresseamtes führte das Allensbacher Institut für öffentliche Meinung (Demoskopie) daraufhin eine Umfrage über den zukünftigen Namen der Streitkräfte durch. Dabei entschieden sich 35 Prozent für Wehrmacht, lediglich jeder Vierte plädierte für Bundeswehr. Dies war dennoch ein respektabler Wert, beachtet man, dass der Begriff Bundeswehr der Öffentlichkeit erst seit kurzem bekannt war. Die Entscheidung für Bundeswehr fiel dann letztlich im Sicherheitsausschuss des Deutschen Bundestages. In der Sitzung am 22. Februar 1956 wurde über das Soldatengesetz beraten. Hierbei diskutierte man auch über den Namen der Streitkräfte. Schließlich kam es zur Abstimmung, in der dem Antrag des Vorsitzenden Dr. Richard Jäger für die Bezeichnung Bundeswehr stattgegeben wurde.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Rechtsstellung der Soldaten im Bundestag am 20. März 1956 trugen die Streitkräfte nun endgültig den Namen Bundeswehr.

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Donnerstag, 24. April 2014

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