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Das volle Programm – Mannschaftslaufbahnen beim Heer

Der Bedarf ist hoch, für Mannschaften als Soldaten und Soldatinnen auf Zeit (SaZ) beim Deutschen Heer. Wer die Schulpflichtzeit erfüllt hat, Deutscher ist und körperlich und geistig geeignet ist, kann einsteigen und aufsteigen in die Laufbahn der Mannschaftssoldaten. Wer geeignet ist, steht nach der zweitägigen Eignungsfeststellung beim zuständigen Zentrum für Nachwuchsgewinnung fest. Die Mindestverpflichtungszeit beträgt vier Jahre. Auf alle „Neuen“ warten drei Monate militärische Grundausbildung, AGA genannt. Danach geht es in die eingeplante Verwendung. In der Truppe warten auf SaZ nach Fach- und Zusatzausbildungen je nach Dienstzeit, Eignung, Leistung und Verpflichtungszeit die Dienstgrade Gefreiter bis Oberstabsgefreiter. Doch das Deutsche Heer ist groß, welche Tätigkeits- und Berufsfelder gibt es dort? Die „infopost“ hat sich in den bayerischen Standorten Cham und Freyung umgesehen, hat dort einigen Mannschaften des Heeres über die Schulter geschaut.

Ein Soldat in Blaumann wechselt an einem Lkw einen Keilriemen.

Stabsgefreiter Kliemek beim Wechseln eines Keilriemen (Quelle: infopost)Größere Abbildung anzeigen

Der Kfz-Instandsetzer

Cham: Es ist 6:45 Uhr. Dienstbeginn in der KFZ-Instandsetzungsgruppe des Fernmeldebataillons 4. Instandsetzungssoldaten aus den fünf Kompanien des Bataillons inspizieren, warten und reparieren dort gemeinsam die 225 Lastkraftwagen, Anhänger und Geländefahrzeuge. Der KFZ-Mechaniker, Stabsgefreiter Szymon Kliemek, von der 4. Kompanie abgestellt, betritt das Büro des Schirrmeisters, des verantwortlichen KFZ-Meisters. Klimek, geboren in Polen, als Fünfjähriger mit seinen Eltern aus Oberschlesien ins oberpfälzische Waldmünchen übergesiedelt, hat heute schon 25 Minuten Autofahrt hinter sich. Er ist sogenannter „Heimschläfer“ und lebt in seiner eigenen Wohnung, ist nicht kaserniert.

Ein Stabsunteroffizier übergibt ihm Papiere und Schlüssel eines Unimogs. Große Inspektion, liest Klimek. „Das volle Programm“, bestätigt der Stabsgefreite den Auftrag und fährt den Lastwagen mit Fernmeldekabine in die Halle. „Damit werde ich bis zum Dienstschluss um 16:15 Uhr zu tun haben. Wahrscheinlich sind die Bremszylinder wieder schwer gängig. Das kenn ich schon“, mutmaßt der gelernte KFZ-Mechaniker. „So eine Arbeit muss gewissenhaft erledigt werden.“ Er bockt das Fahrzeug auf. Damit Klimek sämtliche Fahrzeuge des Bataillons lenken kann, hat er bei der Bundeswehr die Führerscheine B, C, E gemacht, die er schon zivil überschreiben ließ.

Seit 2005 ist der Mechaniker schon Soldat. Seine Dienstzeit ist in zwei Jahren beendet. „Ich fühl mich hier sehr wohl, tolle Kameradschaft. Und zweimal für je vier Monate war ich auch als Instandsetzer im Auslandseinsatz bei der KFOR (Kosovo Force) auf dem Balkan in Prizren. Natürlich nutzt der 27-Jährige den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD). „Schon während der Dienstzeit kann ich mit der zivilen Vollzeitausbildung zum KFZ-Meister auf Kosten der Bundeswehr beginnen“, freut sich der Stabsgefreite. Doch einen Kritikpunkt hat Klimek schon: „Wir sind einfach zu wenige. 40 Instandsetzungssoldaten sollten wir sein, doch real erreichen wir diese Stärke nicht. Und da wird’s gerade vor Übungen stressig hier. Wir brauchen dringend Mannschaften.“

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Ein Soldat sitzt mit einem Laptop an einem Tisch in einem Hörsaal.

Hauptgefreiter Liebscher überprüft einen Einsatzrechner (Quelle: infopost)Größere Abbildung anzeigen

Der IT-ler

Das Fernmeldebataillon 4 beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf die Bereitstellung der klassischen Bereiche Telefonie und Fernschreiben. Mit neuen Technologien sind auch die Aufgaben gewachsen. Heute unterstützt das Bataillon die Panzerbrigade 12 mit allen Kommunikationsmitteln und -techniken, die zur Führung einer Brigade notwendig sind. Dazu zählt natürlich auch umfassende IT-und Netzwerktechnik. Und hier kommt Hauptgefreiter Lorenz Liebscher ins Spiel. Der ehemalige Grundwehrdienstleistende und jetzige SaZ 4 ist einer der sieben IT-Mannschaftssoldaten in der zweiten Kompanie. „Ich hab mich auf vier Jahre verpflichtet, weil ich vor meinem Informatikstudium noch Praxis sammeln will“, begründet der 20-jährige Abiturient, der sich mit zwei weiteren Kameraden eine Stube teilt, seine Entscheidung.

Man sieht, dass Liebscher sich in seinem Element fühlt. Bei Verlegungen der Panzerbrigade auf Truppenübungsplätze ist er mitverantwortlich für die Vernetzung von bis zu 60 Einsatzlaptops mitsamt den Peripheriegeräten wie Druckern und Beamern, mit bis zu fünf Rechnereinheiten des Servers. Drei Mal pro Jahr übt die Brigade. „Wir sind dann mit Vorbereitung, Übung und Abbau bis zu vier Wochen auf dem jeweiligen Truppenübungsplatz. Nach einer Übung formatiere ich sämtliche Rechner und lade die Software der Office- Anwendungen, der Kommunikationssoftware Lotus Notes und der Software SASPF wieder auf“, beschreibt der Soldat Teile seiner Aufgaben. „Ein Highlight war für mich die Mitwirkung an der Installation und Vernetzung der neuen 150 Rechner der Brigade in Amberg“, so der Hauptgefreite, der sich auch gern den Herausforderungen beim Schießen und beim Geländemarsch stellt.

Im September 2013 endet seine Dienstzeit. Aus diesem Grund nimmt er bereits abends an einem Sprachkurs unter Regie des BFD teil. Und was sind die Erfordernisse an einen IT-Mannschaftssoldaten? Dazu Zugführer Oberstabsfeldwebel Gerhard Birzer: „Technisch begabt muss sie oder er sein, ein bisschen computervernarrt kann nicht schaden. Alles andere gibt’s hier in einer vierwöchigen Dienstpostenausbildung.“

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Mehrere Soldaten graben ein großes Loch in den Waldboden.

Spähsoldaten heben ein Versteck aus (Quelle: infopost)Größere Abbildung anzeigen

Der Späher

Gut 100 Kilometer weiter südlich, im niederbayerischen Freyung, ist das Aufklärungsbataillon 8 stationiert. Neben Einheiten mit Spähwagen, Aufklärungsdrohnen und Panzeraufklärungsradar ist in der 3.Kompanie die „Leichte Spähgruppe“ zu Hause. Die Gruppe späht zur Lagegewinnung für die Führung Personen, Ortschaften, Objekte und Verkehrswege aus. Für die Gruppe gilt besonders das Motto der Aufklärer: „Viel sehen, ohne gesehen zu werden.“ Und so sind sie allesamt Meister des Tarnens und Versteckens. Auf dem Standortübungsplatz bauen Teile der Gruppe ein Beobachtungsversteck für sechs Soldaten. Innen misst das fertige Versteck dann ca. drei mal drei Meter und zwei Meter Höhe. Natürlich wird es im Einsatz ausschließlich im Schutz der Dunkelheit gebaut. Nach Fertigstellung wird man es nicht mehr ausmachen können. Nur noch ein kleines Loch, durch das einer der optischen Tag- oder Nachtsensoren gesteckt werden kann, ist für den Kundigen sichtbar.

Hauptgefreiter Andreas Kais, SaZ 4, ist einer aus der Gruppe. Vor 14 Jahren siedelte der heute 24-Jährige mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Pocking, wo er immer noch wohnt und von dort täglich zum Dienst fährt. Aufklärer sei er nur wegen des nahen Standortes geworden, erklärt er offen. Doch heute ist der Hauptschüler und gelernte Einzelhandelskaufmann stolz, ein Aufklärer zu sein. Ob der Richtschützenlehrgang auf MG3, die Ausbildung mit der Granatmaschinenwaffe oder die Einsatzausbildungen im Gefechtsübungszentrum und auf den Truppenübungsplätzen, der Hauptgefreite hat alles gerne mitgenommen.

Ein Höhepunkt seiner Dienstzeit: sein Auslandseinsatz als Spähsoldat in Afghanistan, wo er für sich viele neue Eindrücke gesammelt hat. „Mir gefällt es hier sehr gut. Nicht zuletzt wegen der tollen Kameradschaft und der Menschen aus Freyung, die voll zu uns stehen. Doch leider ist die spannende Zeit bei den Aufklärern Ende 2012 schon wieder vorbei“, erklärt der Soldat. „Nach vier Dienstjahren will ich draußen meinen Weg weiter gehen. Erst mit Unterstützung des BFD dienstzeitbegleitend auf den Kaufmann aufbauen und Handelsfachwirt werden und nach der Dienstzeit das Studium zum Betriebswirt beginnen.“

Ein Bericht der „infopost“.

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Samstag, 29. August 2015

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